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Gott ist der Grund, warum alles existiert
Gott ist der Grund, warum alles existiert
Manche sagen: Gott ist schwer zu finden. Sie haben recht: Ich bin ein verborgener Gott. Ich spaziere nicht als ein alter Mann über die Straßen der Dörfer und der Städte. Ich sitze auch nicht als ein alter Mann auf einem goldenen Thron. Und das blaue Himmelszelt ist bestimmt nicht mein Mantel. Wohin du in der Welt auch schaust - mich selbst wirst du niemals sehen. Manche reden blühenden Unsinn und sagen: Die Milchstraße ist der Bart Gottes; und wenn es donnert, schimpft Gott. Einen solchen Unsinn darfst du nicht glauben! Die Milchstraße ist ein riesiger Sternhaufen. Wie könnten Sterne mein Bart sein! Gott hat keinen Bart. Und wenn es donnert, dann schimpfe ich nicht. Du weißt genau, wie ein Donner zustande kommt. Die Blitze sind elektrische Entladungen. Donnerschläge sind Explosionen, die der Blitz hervorruft. Das musst du dir einmal erklären lassen. Eine ganz natürliche Sache ist das.Gib dir keine Mühe, irgendetwas von meinem Kopf oder von meinem Bart, von meinem Mantel oder meinen Füßen zu entdecken. Ich bin Gott. Ich habe keinen Kopf und keinen Bart und keinen Mantel und keine Füße. Ich bin ja kein Mensch. Ich bin Gott, ein verborgener Gott, den niemand sehen kann, dessen Stimme man nicht wie die Stimme eines Vogels oder die Stimme eines Menschen hören kann. Ich bin ein verborgener Gott. Du wirst mich nie sehen, wie du deine Mutter oder deinen Vater oder deinen Lehrer sehen kannst. Du wirst mich nie sehen, wie du die Blumen und die Bäume und die Häuser sehen kannst. Ich bin ein verborgener Gott; das darfst du nicht vergessen.

Heinrich A. Mertens


Wir können Gott unser ganzes Leben lang suchen und ahnen und werden ihn doch nie ganz erkennen. Dennoch können wir oft seine Gegenwart spüren, so wie das Moses gespürt hat (das Bild dafür ist der brennende Dornbusch). Auch Jesus spürte Gott ganz intensiv. Bei ihm wird deutlich, wie Gott zu uns Menschen steht: Er liebt uns.


Da ist Gott

Viele Menschen stellen sich vor:

Da oben über den Wolken,

da ist der Himmel.

Da wohnt Gott.

Aber das ist nicht richtig,

was sie sich vorstellen:

Der Himmel ist nicht

da oben über den Wolken.

Da oben über den Wolken,

da ist nur der Weltraum

ohne Luft zum Atmen,

ohne Blumen zum Blühen,

ohne Tiere zum Streicheln,

ohne Menschen zum Liebhaben.

Da ist nicht der Himmel.

Da wohnt nicht Gott.

Da müssen wir ihn nicht suchen.

Gott ist bei uns,

Gott ist mitten in unserem Leben.

Gott ist da,

wo die Menschen fröhlich sind,

und da, wo sie weinen.

Gott ist da,

wo den Menschen etwas Gutes gelingt,

und da, wo sie nicht mehr weiterwissen.

Gott ist da,

wo die Menschen miteinander

glücklich sind, und da,

wo sie alleine sind und Angst haben.

Da ist Gott. Da müssen wir ihn suchen.

Da haben ihn viele Menschen

vor uns erfahren.



Ich suchte Gott und er entzog sich mir. Ich suchte meine Seele, und fand sie nicht. Ich suchte meinen Bruder und fand alle drei.

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