Amazonas-Synode: Gespräche mit Indigenen und Schutz für sie.

Die Kultur der Indigenen soll geschützt werden.

Die 50 Bischöfe, die den Katakombenpakt am 20. 10. 2019 unterzeichnet haben, wollen den Indigenen des Amazonas ihre Territorien, Kulturen, Sprachen, ihr Geschichtsgut, ihre Identitäten und Spiritualitäten zu bewahren. Den Bischöfen, unter ihnen Bischof Kräutler, geht es um eine vorrangige Option für die Armen, besonders für die Urvölker, und gemeinsam mit ihnen sichern sie ihnen das Recht, Protagonisten in der Gesellschaft und in der Kirche zu sein. Im wachsenden Bewusstsein, dass sie lokal und global respektiert werden müssen, heißen sie sie mit all ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, als Gleichberechtigte im globalen Kontext anderer Völker und Kulturen willkommen.

Sie verkünden die immer neu befreiende Botschaft des Evangeliums von Jesus Christus, im Willkommen-Heißen des Gegenübers und des Anderen, wie es Petrus im Hause des Kornelius geschah: Da sagte er zu ihnen: Ihr wisst, dass es einem Juden nicht erlaubt ist, mit einem Nichtjuden zu verkehren oder sein Haus zu betreten; mir aber hat Gott gezeigt, dass man keinen Menschen unheilig oder unrein nennen darf.“ (Apg 10,28)

Die Amazonas-Synode im Vatikan

Die Sondersynode findet vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan statt. Sie steht unter dem Thema: „Amazonien: neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“. Das Bischofstreffen will Umweltschäden im Amazonasgebiet und deren soziale Folgen in den Blick nehmen. Den Rahmen bildet hier die Umwelt-Enzyklika Laudato si‘ von Papst Franziskus. Maßgeblich beteiligt an der Synode ist das panamazonische, kirchliche Netzwerk Repam (Red Eclesial PanAmazónica), zu dem auch Adveniat und Misereor gehören.

Der Lebensraum vieler indigener Völker im Amazonasgebiet ist durch ökonomische Interessen wie Landvertreibungen, die willkürliche Abholzung von Wald sowie die Verschmutzung von Gewässern bedroht. Die Rechte dieser Menschen wollen die Teilnehmer der Synode stärken und haben Vertreter indigener Völker dazu eingeladen, als „Uditores“ den Debatten zu folgen und sich in Kleingruppen zu beteiligen.

Auch die Rolle der Frauen in der Kirche wird bei der Synode Thema sein. Des Weiteren soll über neue Formen von Seelsorge in Gebieten mit wenigen Priestern beraten werden. Die Bischöfe wurden im Vorbereitungspapier ausdrücklich um Vorschläge gebeten, welche „Dienste und Ämter mit amazonischem Profil“ geschaffen werden müssten. Ob hierbei eine Lockerung des Zölibats und eine Zulassung verheirateter Männer zum Priesteramt gefordert werden könnte, bleibt offen. Hinzu gekommen ist das Arbeitspapier „Instrumentum Laboris“ zur Synode, das nun auch in deutscher Übersetzung vorliegt.

Amazonien umfasst ein Gebiet von siebeneinhalb Millionen Quadratkilometern in neun Ländern, darunter Brasilien, Peru, Venezuela, Bolivien und Kolumbien. Es bedeckt fast die gesamte nördliche Hälfte des Kontinents Südamerika und zählt zu den wichtigsten Ökosystemen, der sogenannten „grünen Lunge“ der Welt.

© KNA/cze

Zum Arbeitspapier

Quelle: Amazonas-Synode

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